Als "Lichtbildnerin" eine Meisterin der Porträtkunst
Die Photographin Hildegard Jäckel (Auszug)
Hildegard Jäckel, 1944. Foto:
Archiv SLUB, Deutsche Fotothek
Eine gute Adresse für Dresdner Künstler, sich porträtieren
zu lassen, war in den fünfziger und sechziger Jahren die Plattleite
25. Die Villa, mit der wundervollen Esskastanie im Garten, zierte
am Tor ein Schaukasten mit der Aufschrift "Lichtbildwerkstatt
Hildegard Jäckel". Schon diese Bezeichnung wies auf die
Fähigkeiten der heute fast vergessenen Photographin hin. Sie
zeichnete mit Licht Akzente auf das Gesicht ihrer Kunden und mit
ihrer ganzen Ausstrahlung erzielte sie eine Stimmung zwischen Spannung
und Ruhe, die nötig ist, um die Persönlichkeit eines jeden
Menschen abzubilden.
Für eine Künstlerin ihres Formats bleibt ihr privates
Leben weitgehend verborgen. Sie lebte für ihre Arbeit und diese
wiederum prägte sie. Am 3. Juni 1903 wird sie als Tochter des
Steinbildhauers Paul Jäckel und seiner Frau Martha geboren.
Sie verbringt gemeinsam mit ihren Geschwistern Hertha und Heinz
die Kindheit im in Loschwitz/Ortsteil Schöne Aussicht und besucht
die Loschwitzer Schule. Bei Bruno Wiehr, einem bedeutenden Atelierphotographen,
beginnt sie eine Photographen-Ausbildung.
Ihr erstes Atelier bezieht sie im Hochhaus am Albertplatz in Dresden,
bevor sie sich durch Unterstützung Bekannter ein Atelier auf
der Prager Straße einrichten kann. Bekannt ist, dass hier
Aufnahmen von Gerhart Hauptmann, Richard Strauss, von Max Planck
und Paul Hoffmann entstehen. Ihr Vater stirbt schon 1930 und auch
ihren Verlobten verliert sie nach dem Untergang eines Segelschulschiffes.
Sie wird sich nicht mehr binden und lebt seither mit Fräulein
Schmidt, einer Frau mit streng anerzogener Etikette, zusammen.
Beim Angriff auf Dresden wird ihr Atelier und das komplette Negativarchiv
zerstört. Kurze Zeit arbeitet sie auf dem Karl-Schmidt-Weg,
bevor sie ihr Atelier und ihre Wohnung auf der Plattleite 25 bezieht.
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Die Lichtbildnerin arbeitet bis etwa 1964 und übergibt das
Geschäft und alle Negative an einen Nachfolger. Sie verbringt
danach viel Zeit im Garten ihres 1958 bezogenen neuen Wohnsitzes,
dem Haus ihrer Kindheit auf der Krügerstraße. 1974 stirbt
Hildegard Jäckel. (
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Von den bedeutenden Aufnahmen der Vorkriegszeit blieben wenige Abzüge
erhalten. Das Negativarchiv der Nachkriegsjahre ist heute in der
Deutschen Fotothek der SLUB Dresden gelagert. Leider wurde es bis
heute noch nicht wissenschaftlich bearbeitet und in den Bestand
eingearbeitet.
Jürgen Frohse
(Den vollständigen Text lesen
Sie im Elbhang-Kurier Juni 1998)
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